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Kieferorthopädische Fachpraxis Dr. Matthias Hartung

Winter 2020 – Kiefer­orthopädie ohne Zahn­entfernung

Ergänzend zur festen Zahnspange ist es bei einigen Zahn- und Kieferfehlstellungen nötig, zusätzliche Apparaturen einzusetzen, um eine hinreichende Korrektur zu erzielen. Dafür stehen uns verschiedene Non-Compliance-Geräte zu Verfügung. Eine aktive Mitarbeit des Patienten ist dafür nicht erforderlich (= non compliance). Da wir mit diesen Geräten unter anderem den Zahnbogen verbreitern oder die seitlichen Zähne zurückbewegen können, um im vorderen Bereich mehr Platz zu schaffen, ist eine Zahnentfernung in aller Regel nicht nötig.

Zudem ist ein Non-Compliance-Gerät häufig eine Alternative zu auffälligeren Verfahren wie z. B. der Außenzahnspange (Headgear), die erfahrungsgemäß eher ungern und unregelmäßig getragen werden.

Non-Compliance-Geräte im Überblick:

Miniimplantate
Miniimplantate sind kleine Stifte („Pins“) aus Titan, die in den Kieferknochen eingesetzt werden. Sie dienen der Verankerung einer festen Zahnspange und kommen zum Einsatz, wenn nur einzelne Zähne unabhängig von den anderen bewegt werden müssen. Nach der Behandlung werden sie wieder entfernt. Das kleine „Loch“ im Kieferknochen schließt sich durch körpereigene Heilungsprozesse von selbst

Lingualbogen, Palatinalbogen, Nance-Apparatur
Lingual-, Palatinalbogen und Nance-Apparatur werden jeweils an den ersten großen Backenzähnen befestigt. Sie fixieren diese, wenn z. B. Milchzähne zu früh fehlen. So verhindern wir, dass sie nicht nach vorne „wandern“.

Quadhelix und Gaumennahterweiterungsapparatur
Bei einem zu schmalen Oberkiefer kommen Quadhelix und Gaumennahterweiterungsapparatur zum Einsatz. Sie werden an den Backenzähnen befestigt und verbreitern durch kontinuierlichen Druck auf die Gaumennaht den Oberkiefer. So schaffen die Apparaturen mehr Platz für die Zähne.

Pendulum
Mit dem Pendulum kann ein Platzmangel der Seitenzähne im Oberkiefer und ein dadurch verursachter falscher Zusammenbiss behandelt werden. Es dient dazu, die oberen großen Backenzähne nach hinten zu verschieben. Oftmals kann dadurch die Extraktion von gesunden Zähnen vermieden werden.

Herbstscharnier, Jasper Jumper und Forsus-Apparatur
Diese Geräte werden vor allem bei einem Überbiss (Rücklage des Unterkiefers) eingesetzt. Es handelt sich dabei um Metallstege bzw. Druckfedern, die den Unter- und Oberkiefer auf beiden Seiten verbinden. In Kombination mit dem natürlichen Kieferwachstum bewirken sie, dass der Unterkiefer nach vorne bewegt wird. Gleichzeitig verändern sich die Kiefergelenke und die Stellung der Zähne zueinander.

Sie haben Fragen zur Behandlung mit Non-Compliance-Geräten? Wir sind gerne für Sie da!

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